Du und dein Holz!

 

Die bunte Vielfalt von Schneidbrettern

 

Vor- und Nachteile von Schneidebrettern aus Holz, Silikon, Glas oder Stein.

Die Küche war immer schon der Mittelpunkt des Hauses. Fast nirgendwo sonst fühlt man sich so wohl wie in der Küche. Denn hier spielt das Leben, es wird gemeinsam gekocht, gegessen, geredet, diskutiert, gefeiert und vieles mehr. Schließlich finden die besten Partys – früher wie heute – immer noch in der Küche statt.

Allerdings kann man auch feststellen, dass sie noch mehr in den Fokus gerückt ist, als es früher der Fall war. Also ich meine das „Früher“ als es noch hieß „Frauen gehören hinter den Herd“. Gott sei Dank erobern immer mehr Männer dieses Terrain. Man wechselt sich ab oder kocht am besten gleich gemeinsam, benutzt zusammen die Küchenutensilien und Schneidebretter – und sorgt dann nach dem Essen auch gemeinsam für Ordnung.

Das Potenzial einer Küche und ihr Aussehen ist riesig und noch lange nicht ausgeschöpft. Allerdings kann man auch sagen, nicht alles von früher ist schlecht und alles von heute gut!

Früher hatten wir viele Holz-Elemente in der Küche. Es gab Schneidebretter aus Holz, Frühstücksbrettchen aus Holz, Kochlöffel aus Holz und selbst die Gurkenreibe bestand zu einem Großteil aus Holz. Auch in Restaurants wurde früher viel mit Holz gearbeitet, zubereitet und gekocht. Und heute?

Heute streiten sich die Geister, was jetzt besser oder hygienischer ist. Die Auswahl ist groß, soll es  lieber Holz sein? Stein, Silikon oder doch Glas?

 

Holz oder Silikon, was darf es für Sie sein?

 

Wie bei so vielem im Leben, kommt es auf den richtigen Gebrauch und die richtige Handhabung an.

Stellen sie z.B. ein Holzbrett in die Spülmaschine wird es genauso unglücklich sein, wie ein Schneidbrett aus Silikon, das sie nur ganz einfach mit einem Schwamm ohne Spülmittel abwaschen. Umgekehrt allerdings wird ein Schuh draus und alle sind glücklich.


 

Holz:

Mittlerweile gibt es immer mehr Studien, die belegen, das Holz in der Küche mitnichten so unhygienisch ist, wie bisher gerne behauptet wurde.

Festgestellt wurde lediglich, dass Bakterien und Keime in sehr schartigen und rissigen Brettern leichteres Spiel haben. Je zerkratzter und zerkraterter die Bretter sind, umso schwieriger wird das hygienische Reinigen.

Wichtig: es ist vollkommen egal, ob es sich um ein Schneidebrett aus Holz oder aus Silikon handelt und ob das jeweilige Brett von Hand oder von der Spülmaschine gespült wird!  Ausschlag gebend ist lediglich die Beschaffenheit der Schneidoberfläche des jeweiligen Bretts.

Was also gibt es zu beachten bei der Pflege und Reinigung von Schneidebrettern aus Holz.

Für Holzbretter gilt, dass sie schneller Gerüche (z.B. von zerkleinerten Zwiebeln oder Knoblauch) annehmen und sich leichter verfärben lassen (z.B. durch das Schneiden von roter Bete).

Um dem Vorzubeugen „imprägnieren“ Sie Ihr Holzbrettchen am besten von Zeit zu Zeit. Das ist ganz einfach, denn das Einzige was Sie tun müssen ist, das Brett einfach mit etwas Speiseöl einzureiben.

Wenn Sie es besonders gut mit Ihrem Schneidebrettchen meinen, dann schleifen Sie es von Zeit zu Zeit vor dem einölen mit einem feinkörnigen Schleifpapier ab (Schleifpapier mit einer Körnung zwischen180 und 220), so können Sie die Kratzer beseitigen und haben länger etwas von dem tollen Brett. Mögen Sie es noch gründlicher, dann können Sie das Brett vor dem Abschleifen mit einer Messing-Bürste anrauen, so wird ihr Brettchen nach dem Schleifen noch viel glatter sein und es Ihnen, mit einer hohen Langlebigkeit, danken.

Durch das Einreiben mit Speiseöl verhindern Sie, dass Feuchtigkeit tiefer ins Holz eindringen kann. Nachdem Sie das Holzbrett gereinigt haben dürfen Sie das Brett erst im Schrank verstauen, wenn es wirklich ganz trocken ist. Das ist wichtig, damit sich im feuchten Holz keine Keime einnisten können.

Am besten spülen Sie das Holzbrett erst mit kaltem Wasser ab um es im Anschluss mit möglichst heißem Wasser zu übergießen, denn Keime werden ab einer Temperatur von mindestens 70 Grad abgetötet. Und das wollen wir schließlich! Ganz schnell geht es wenn Sie einfach Wasser im Wasserkocher erhitzen. Legen Sie dann das Brett ins Spülbecken und übergießen Sie es mit dem heißen Wasser.

Bitte beachten Sie, dass sie immer beide Seiten des Holzbrettchens abspülen. Holz ist schließlich ein lebendiges Material, dass bei Feuchtigkeit aufquillt. Würden sie es nur einseitig anfeuchten würde sich das Brettchen verziehen. Auch wenn Asymmetrie gerne als Schick gilt, in der Küche und vor allem bei Schneidebrettern wäre es eine sehr wackelige Angelegenheit. Das macht keinen Spaß und führt nur zu unnötigen Problemen.

Gerne können Sie das nun nasse Brett noch mit einer halben Zitrone oder Essig einreiben, danach mit Salz oder Soda bestreuen und alles zusammen einreiben. Benutzen Sie dazu am besten eine Bürste, so kommen sie besser in die Rillen. Lassen Sie das ganze 15 Minuten einwirken und spülen es dann ab – mit Wasser oder mit dem Rest Zitronensaft. So lassen sich zusätzlich auch lästige Gerüche aus dem Holzschneidbrett verbannen.

Tannine und Gerbstoffe im Holz

Was gerade bei Holzbrettchen noch ein sehr wichtiger, nicht zu vernachlässigender Punkt ist, das sind die Tannine, Gerbstoffe oder auch Polyphenole die in allen Holzarten in größeren oder kleineren Mengen – je nach Holzart – vorhanden sind.

Diese Stoffe wirken antiviral und antibakteriell.

Leider ist diese Wirkung nicht von Dauer, aber gerade in der Anfangszeit wird mit jedem kraftvollen Schnitt auf dem Holz eine kleinere Menge davon freigesetzt, so dass es wie eine Art chemische Abwehr gegen Keime und Bakterien wirkt.

Früher ging man davon aus, dass die Struktur von Holz – da es eher als sehr grobporig beschrieben werden kann – das einnisten von Keimen fördert, mittlerweile weiß man aber, dass es das Gegenteil bewirkt. In den groben Poren kann das Wasser besser verdunsten, was den Bakterien und Keimen die Lebensgrundlage entzieht.

Also wieder ein Punkt mehr für das schöne natürliche Material, das uns nicht nur in der Haptik, sondern auch mit seiner tollen individuellen Maserung immer wieder zu beindrucken weiß.

Noch einen Punkt verdient es sich damit, dass es – wie bereits beschrieben – mit Hilfe des Schleifpapieres jederzeit auf „neu getrimmt“ werden kann und nicht in der Tonne landen muss. O.K. irgendwann ist bei jedem Brett Schluss, spätestens dann wenn es zu dünn geworden ist durch das viele Abschleifen. Aber immerhin vergrößert es nicht den Plastikmüll-Berg wenn es seinen Dienst nicht mehr verrichten kann.

Nur ein Holzbrett schafft es eben in Würde zu altern!

 

Alberte, Olivia und Co. Schneidebretter von BloomingvilleSilikon:

Für Silikon-Brettchen gilt, dass sie in den Mülleimer gehören, sobald ihre Oberfläche zu sehr zerkratzt ist. Denn, obwohl eine Spülmaschine hohe Temperaturen erreicht und wirklich super spülen kann, kommt sie doch nicht gegen die Keime und Bakterien an, die in den Kratzern und Riefen stecken und sich von dort nur allzu ungern fortbewegen lassen. Die Spülmaschine schafft dieses genauso wenig wie Sie per Hand. Auch die Silikonbrettchen mögen erst richtig trocken sein, bevor sie eingeräumt werden, denn auch hier gilt, dass sich im feuchten Milieu die Bakterien so richtig wohl fühlen und sich natürlich dort auch gerne vermehren.

Im Gegensatz zu Schneidebrettern aus Holz, nehmen sie weniger schnell Gerüche an und verfärben auch nicht so schnell. Was sie dazu qualifiziert, ein bisschen die Nase vorn zu haben, um als Unterlage beim Zubereiten von Fleisch oder leicht färbenden Obst und Gemüse zu dienen. Zusätzlich sollte man bedenken, dass man natürlich beim Schneiden auf dem Silikon Brettchen immer etwas Silikon mit aus dem Brettchen herausschneidet. Wie sollten schließlich sonst die ganzen Kratzer und Riefen entstehen. Klar, das an sich ist nicht besorgniserregend, aber wo bleiben diese kleinen Silikonpartikel?

Ja genau, sie werden von Ihnen, mit samt dem leckeren Essen das Sie darauf zubereitet haben, verspeist. Natürlich passiert das gleiche auch bei einem Brettchen aus Holz, allerdings finde ich die Vorstellung freiwillig ein bisschen Holzspäne zu verschlucken wesentlich sympathischer und natürlicher als Silikon zu verspeisen.

Wussten Sie eigentlich, dass früher das Aroma Vanillin aus Holz hergestellt wurde und ganz normal in Lebensmitteln zum Einsatz kam? Gottseidank wird es mittlerweile anders hergestellt. Aber zurück zum eigentlichen Thema.

 

 

Fassen wir noch mal das Wichtigste zusammen!

 

Schneidebretter aus Holz:

  • Sie sollten immer von Hand gereinigt werden, da ihre Lebensdauer von Spülmaschinen unnötig verkürzt wird.
  • Das Brett muss, bevor es eingeräumt wird, komplett getrocknet sein, da sich sonst in dem nassen Holz sehr schnell Keime bilden können.
  • Sie sollten mit Speiseöl eingerieben werden. Das imprägniert sie und lässt das Wasser nicht so tief eindringen.
  • Sobald die Oberfläche zu sehr zerkratzt ist, muss das Brett ausgewechselt werden. Ist die Oberfläche nur leicht verkratzt, kann man mit Schmirgelpapier die Oberfläche wieder glätten.
  • Je härter die Holzart, umso langlebiger das Schneidbrett.
  • Immer beide Seiten nass machen umso ein Verziehen zu verhindern.
  • Das Essen kann Spuren von Holzspänen enthalten.
  • Die Gerbsäure im Holz wirkt antiviral und antibakteriell.
  • Die Oberfläche des Holzes entzieht durch ihre Grob-Porigkeit den Keimen die Lebensgrundlage.

 

Schneidebretter aus Silikon:

  • Sobald die Oberfläche zu sehr zerkratzt ist, sollte das Brett schnellstmöglich ausgewechselt werden.
  • Sie können problemlos in der Spülmaschine gereinigt werden, aber auch von Hand.
  • Sie nehmen nicht so schnell Gerüche auf und verfärben nicht so schnell.
  • Sollten trocken eingeräumt werden, da sich auch hier in den Kratzern Keime ausbreiten können. Und auch hier gilt: je nasser das Brett, umso schöner für die Keime und Bakterien.
  • Vorsicht: das Essen kann Spuren von Plastik und Silikon enthalten.

 

Ferm Living Schneidebrett AsymmetricGenerell ist es sinnvoll mehr als nur ein Schneidebrett haben!

Warum?

Nicht nur damit man Dinge parallel zubereiten kann. Auch empfiehlt es sich für Fleisch oder Fisch ein anderes Brettchen zu nehmen als für Gemüse, da Fleisch dazu neigt Gerüche im Brettchen zu hinterlassen und gerne auch schon mit ein paar Keimen daherkommt (Salmonellen oder ähnliches).

Gemüse hingegen könnte die Fleischgerüche mit aufnehmen, wenn es auf dem gleichen Brettchen geschnitten wird.

Außerdem können so schon gebrauchte und gespülte Brettchen besser trocknen, während man schon das nächste in Nutzung nimmt. Schließlich vermeidet man so auch, das vorhandene Keime von einem Produkt auf ein anderes übertragen werden. Ganz unschön wäre dies zum Beispiel bei Fleisch und Gemüse für den Salat. Vorhandene Keime auf dem Fleisch werden normalerweise durch das Braten oder Kochen abgetötet. Eine Paprika für den Salat die nach dem Fleisch auf demselben Schneidebrettchen geschnitten wird, wird nicht mehr erhitzt. Die hier übertragenen Keime werden nicht mehr erhitzt und deshalb nicht abgetötet.

Tja, so betrachtet, könnte man meinen, dass vielleicht ein Schneidebrett aus Glas das Beste wäre, da sich dort erst gar keine Rillen und Riefen bilden, in denen sich die bösen Bakterien und Co. aufhalten können. Aus der hygienischen Sicht vollkommen richtig! Allerdings lassen Schneidebretter aus Glas und Stein die Messerklingen schnell stumpf werden, so dass sie unnötig oft nachgeschliffen werden müssen. Klar, dass bei solchen Untergründen ein Messer extrem leidet und die teure Klinge viel zu schnell dahin sein wird. Da bleibt dann die Frage, was Ihnen wichtiger ist? Messer oder Schneidebrett?

 

 

Schneidbrett von Joseph Joseph und RäderFazit:

Denken Sie also beim Kauf nicht nur an die reine Funktion, beziehen Sie die Handhabung und Haptik mit ein, die Wärme oder den futuristischen Charme, den ein Produkt ausstrahlen soll. Form follows Function ist eines DER Designer Gebote schlechthin. Was so leicht klingt ist gar nicht so einfach umzusetzen, denn so leicht wie es klingt sollte das Ergebnis dann auch sein.

Kaufen mit Verstand UND Herz könnte für uns Verbraucher ein einfaches Gesetz sein, was dem Designer-Gebot am nächsten kommt. Wenn Sie nur ungern ein Schneidebrett aus Glas benutzen, dann hat es – egal wie viele Vorteile es auch haben mag – bei Ihnen in der Küche nichts zu suchen! Es sei denn, Sie nutzen es als Untersetzter.

Kochen soll Freude und Spaß machen. Es sollen Körper und Geist verwöhnen und das fängt schon beim Zubereiten an! Wer mit Liebe die Tomaten schneidet und es zu einem sinnlichen Erlebnis erheben kann, nur weil er ein ganz bestimmtes Schneidebrett benutzt, der macht alles richtig! Und dann? Nun, dann schmeckt es zum Schluss irgendwie auch viel, viel besser. Die Erholung und Entspannung, die man sich so über die Zubereitung des Essens holen kann, kann mit keinem Therapeuten oder sonstigen Mitteln aufgewogen werden!

“Entschleunigen“ ist ein Wort, was in diesem Zusammenhang gerne fällt. Also genießen Sie Ihr Leben, indem Sie Entschleunigen! Genießen Sie das Kochen genauso wie das Essen. Das Zubereiten genauso, wie das Aussuchen der gesunden Zutaten UND die Überlegungen zu dem Kauf eines Küchengeräts genauso, wie die Freude, um mit genau diesem Gerät das Essen zuzubereiten.

 

 

Zu guter Letzt noch ein kleiner Trick und mahnende Worte!

Natürlich können Sie das Leben von ihren Schneidebrettern bei der richtigen Handhabung wunderbar verlängern und das ist auch gut so, aber wenn Sie es mal eilig haben und Sie ihr Brett schnell sauber bekommen möchten soll diese Tausendsassa-Methode Wunder bewirken:

Legen Sie ihr Schneidebrett für eine Minute auf höchster Stufe in die Mikrowelle. Natürlich müssen Sie sich vergewissern das Ihr Schneidebrett aus Silikon dieser Temperatur auch standhält, außerdem müssen Sie sicher wissen, dass Ihre Mikrowelle verlässlich bis zur angegebenen Temperatur aber mindestens über 70 Grad geht. Wenn Sie dies alles beachten müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn Sie nicht alle Bakterien und Keime abgetötet haben.

Bei all den tollen und wichtigen Hygiene-Tipps und -Tricks sollte man aber auf keinen Fall aus dem Auge lassen, dass es auch mal ganz gut tut Fünfe grade zu sein lassen. Zu übertriebene Hygiene ist einfach auch nicht gut. Außerdem werden sie an Haltegriffen in Bussen oder Türklinken in Restaurants immer noch wesentlich mehr Keime finden als in Ihren eigenen Vier-Wänden.

In diesem Sinne: Passen Sie auf sich auf und übertreiben Sie es nicht!

Ihr Erkmann-Team wünscht Ihnen auf alle Fälle viel Spaß beim Schneiden und natürlich das Einölen nicht vergessen!

 

 

Lust bekommen? Hier geht es zu unseren Schneiddbrettern >>> Viel Spaß beim Stöbern!

 

 

 

 

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